Was ist PV-Pro?
PV-Pro ist eine Photovoltaik-Planungs- und Angebotssoftware für den Mac. Die Produktseite von Vigorek beschreibt einen durchgängigen Ablauf: Ein Gebäude wird als Planungsgrundlage angelegt, Dachflächen werden belegt, Verschattung und Ertrag werden ausgewertet, und aus demselben Projekt entsteht ein Kundenangebot als PDF. Die offizielle PV-Pro-Produktseite nennt dabei ausdrücklich Photogrammetrie, Wirtschaftlichkeit, Förderung und Angebotsrevisionen als Bestandteile des Workflows.
Der entscheidende Unterschied zu einem einzelnen Ertragsrechner liegt damit in der Verbindung von Geometrie, elektrischer Auslegung und Vertrieb. Statt Dachmodell, Simulationsdatei, Kalkulation und Offerte in mehreren Werkzeugen zu pflegen, soll ein Projekt dieselben Eingaben durch alle Schritte tragen. Das ist besonders interessant, wenn ein Betrieb regelmäßig individuelle Anlagen plant und nicht bei jedem Angebot Werte übertragen oder neu formatieren möchte.
Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Einordnung der öffentlich verfügbaren Produktinformationen, kein unabhängiger Praxistest der Beta-Version. Funktionen, Preise, unterstützte Länder und Systemvoraussetzungen können sich während der Produktentwicklung ändern. Für eine belastbare Entscheidung sollte ein Betrieb deshalb ein echtes, repräsentatives Projekt mit eigenen Komponenten und Preisen prüfen.
Kurz gesagt
PV-Pro will die Kette vom 3D-Gebäudemodell bis zum verständlichen PV-Angebot in einem Mac-Projekt abbilden. Die Software ersetzt dadurch nicht automatisch eine amtliche Vermessung, eine Statik oder die finale Netz- und Anlagenprüfung.
Vom Gebäude zur Offerte: der Workflow
Die Stärke des Konzepts zeigt sich weniger in einer einzelnen Funktion als in der Reihenfolge. Jede Stufe baut auf der vorherigen auf und soll Änderungen bis in die Wirtschaftlichkeit und das Angebot weiterreichen.
Gebäudegrundlage anlegen
Ein Projekt kann laut Website aus vorhandenen Drohnenbildern, amtlichen Gebäude- und Luftbilddaten, einer Adresse, einem gezeichneten Umriss oder einer vorhandenen USD-, USDZ- oder OBJ-Datei beginnen. Für die Photogrammetrie wird ein Bildordner direkt im Projekt ausgewählt.
3D-Modell kalibrieren und prüfen
Das aus Bildern rekonstruierte Modell wird mit einer bestätigten Referenz, etwa einer bekannten Gebäudehöhe, in den Maßstab gebracht. Dachflächen und relevante Hindernisse müssen vor der Belegung kontrolliert werden. Ein schönes Mesh allein ist noch kein geprüftes Planungsmodell.
Module, Strings und Elektrik planen
Auf den bestätigten Dachflächen werden Module platziert und zu Strings beziehungsweise MPP-Trackern zusammengefasst. Eigene Module, Wechselrichter, Speicher und Wärmepumpen lassen sich laut Produktseite mit Datenblattwerten in der Komponentenbibliothek pflegen.
Verschattung geometrisch auswerten
Nachbargebäude, Bäume, Kamine, Gauben und andere Aufbauten können in die 3D-Szene eingehen. PV-Pro weist laut Website jedem Modul einen eigenen Verschattungswert zu und trennt in der Darstellung unter anderem Bewuchs von baulichen Ursachen.
Ertrag und Wirtschaftlichkeit rechnen
Aus derselben Belegung entstehen Jahres- und Monatswerte, Performance Ratio, Eigenverbrauchs- und Autarkieannahmen sowie Amortisation und Nettonutzen. Für Einstrahlung und Ertrag verweist die Website auf PVGIS; in der Schweiz kommen Quellen wie Sonnendach und Pronovo für Dach- und Förderdaten hinzu.
Angebot als Revision ausgeben
Das Ergebnis wird als PDF mit Komponenten, Ertrag, Wirtschaftlichkeit, Positionen, Netto- und Bruttobetrag ausgegeben. Revision, Status und Datum sollen nachvollziehbar bleiben; ändert sich die Planung, markiert PV-Pro das bisherige Angebot laut Website als veraltet.
Der praktische Kern
Wenn ein Modul verschoben oder ein anderes Bauteil gewählt wird, sollte nicht nur die Zeichnung anders aussehen. Der Mehrwert eines integrierten Systems besteht darin, dass Belegung, Ertrag, Wirtschaftlichkeit und Angebotsdokument gemeinsam aktualisiert werden.
Welche Funktionen deckt PV-Pro ab?
Die öffentlich beschriebene Funktionsbreite macht PV-Pro zu mehr als einem einfachen Dachbelegungsplaner. Gleichzeitig ist wichtig, die Aussagen richtig zu lesen: Die Software bündelt Planungs- und Kalkulationsschritte; sie liefert dadurch eine strukturierte Entscheidungsgrundlage, aber keine pauschale Garantie für den späteren Baustellen- oder Ertragserfolg.
Für Fachbetriebe sind vor allem die Übergaben interessant. Ein 3D-Modell dient nicht nur der Visualisierung, sondern als gemeinsame Geometrie für Dachflächen, Hindernisse und Verschattung. Komponenten- und Preisannahmen werden zentral gepflegt, und das Angebot entsteht aus dem Projekt statt aus einer nachträglichen Vorlage.
Drohnenbilder direkt im Projekt
Vorhandene Bilder werden auf dem Mac zu einem 3D-Modell verarbeitet. Das spart einen separaten Rekonstruktions- und Importschritt, setzt aber ausreichende Überlappung, sichtbare Geometrie und eine verlässliche Referenz für den Maßstab voraus.
Nicht jeder Schatten ist gleich
Die Produktseite beschreibt eine modulgenaue Analyse sowie Ansichten für Jahresmittel, Saison und einzelne Zeitpunkte. Dadurch lassen sich lokale Unterschiede sichtbar machen, die ein pauschaler Prozentsatz auf der gesamten Anlage verdecken würde.
Standort und Komponenten zusammenführen
PVGIS-Daten, Dachausrichtung, Modulparameter und Systemannahmen fließen in die Ertragsbetrachtung ein. Die Europäische Kommission beschreibt PVGIS als frei zugängliches System für Solarstrahlung und PV-Performance; die Datenbasis bleibt trotzdem eine Prognose.
Amortisation aus einer Datenreihe
PV-Pro berechnet laut Website Amortisation, Nettonutzen und Gewinn über die Laufzeit aus den Projektannahmen. Für die Praxis muss transparent bleiben, welche Strompreise, Einspeiseerlöse, Förderungen, Kosten und Verbrauchsprofile verwendet wurden.
Datenblatt statt nur Produktname
Module, Wechselrichter, Speicher und Wärmepumpen werden mit technischen Kennwerten geführt. Eigene Geräte und Preisannahmen können ergänzt werden, was die Kalkulation näher an das tatsächlich angebotene System bringt.
Das PDF als letzter Planungsschritt
Das Kundenangebot enthält laut Website Ertrag, Wirtschaftlichkeit, Positionen, Mehrwertsteuer und eine fortlaufende Revision. Der Deckungsbeitrag bleibt im Hintergrund sichtbar, während der Kunde ein verständliches Dokument erhält.
PV-Pro gegenüber Einzelwerkzeugen eingeordnet
Ein Vergleich mit „der besten PV-Software“ wäre ohne definierte Projekte, Geräte und Messdaten nicht seriös. Sinnvoller ist die Frage, welcher Arbeitsschritt durch die Integration entfällt. In einem getrennten Workflow wird ein 3D-Modell exportiert, in eine Simulationssoftware importiert, anschließend in einer Kalkulation nachgebaut und schließlich in einer Angebotsvorlage dargestellt. PV-Pro positioniert sich laut Website genau an dieser Schnittstelle.
Das bedeutet nicht, dass jedes Einzelwerkzeug überflüssig wird. Unternehmen können weiterhin Spezialsoftware für Netzberechnung, Statik, Batteriesimulation, Großanlagen oder Dokumentenmanagement benötigen. Der relevante Test ist deshalb: Bleibt der eigene Qualitäts- und Freigabeprozess mit PV-Pro nachvollziehbar, oder fehlen für den konkreten Betrieb wichtige Schnittstellen?
| Aufgabe | Typischer Einzelworkflow | PV-Pro laut Website |
|---|---|---|
| Gebäudemodell | Datenquelle und Modellierung getrennt verwalten | Bilddaten, Geodaten oder Datei direkt im Projekt nutzen |
| Verschattung | Geometrie in Simulationssoftware neu abbilden | Auf derselben 3D-Geometrie und pro Modul auswerten |
| Komponenten und Preise | Daten in mehreren Listen oder Vorlagen pflegen | Bibliothek mit Datenblattwerten und Kostenannahmen |
| Wirtschaftlichkeit | Ergebnis in Kalkulation übertragen | Aus den Planungsannahmen im selben Projekt rechnen |
| Kundenangebot | Manuell aus mehreren Ergebnissen erstellen | PDF mit Revision, Positionen und Summen ausgeben |
Für wen ist PV-Pro geeignet?
PV-Pro richtet sich nach der öffentlichen Positionierung vor allem an Solarteure, Energieberater und Planer, die auf einem Mac arbeiten und vom ersten Dachmodell bis zur Kundenofferte in einem System bleiben möchten. Besonders interessant ist die Software für Teams, die regelmäßig individuelle Anlagen mit unterschiedlichen Dachformen, Verschattungssituationen und Komponenten kalkulieren.
Der Photogrammetrie-Import ist dabei kein Selbstzweck. Er lohnt sich, wenn ein aktuelles und detailreiches Bildset vorliegt und kleine Objekte die Belegung oder Verschattung beeinflussen. Bei einem einfachen Dach mit geprüftem Modell kann der zusätzliche Rekonstruktionsschritt unnötig sein. Die Website nennt deshalb mehrere Eingangswege statt eine Drohne als Pflicht vorauszusetzen.
Das spricht für einen Praxistest
- Ein durchgängiges Projekt von Geometrie, Belegung und Simulation bis zum PDF-Angebot.
- Lokale Mac-Anwendung statt browserabhängigem Arbeitsfenster; laut Website liegen Projektdaten in einer lokalen Datenbank.
- Modulbezogene Verschattungsdarstellung mit sichtbaren Ursachen wie Bäumen und Aufbauten.
- Komponentenbibliothek und Preisannahmen, die für wiederkehrende Angebote zentral gepflegt werden können.
- Transparente Beta-Positionierung mit Zugang über eine Warteliste und direktem Feedback zur Entwicklung.
Das sollte ein Betrieb vorab klären
- Arbeitet das Team ausschließlich mit macOS 15 oder neuer, und ist die benötigte Hardware für Photogrammetrie vorhanden?
- Reichen lokale Datenhaltung und die angegebene Offline-Fähigkeit aus, oder wird eine Cloud-Zusammenarbeit mit Rollen und Freigaben benötigt?
- Sind die eigenen Module, Wechselrichter, Speicher, Preise, Steuersätze und Förderannahmen korrekt hinterlegt?
- Welche unabhängigen Prüfungen bleiben für Statik, Netzanschluss, Brandschutz, Arbeitssicherheit und die Montage erforderlich?
- Kann ein echtes Referenzprojekt mit Bildsatz, bekannten Maßen und dem gewünschten Angebotslayout durch die Beta geführt werden?
Keine amtliche Vermessung
PV-Pro verarbeitet vorhandene Bilder und kann daraus ein kalibriertes Planungsmodell machen. Die Produktseite weist jedoch selbst darauf hin, dass die Software keine Drohnenflüge und keine Vermessungsleistung anbietet. Für einen geschuldeten Vermessungsnachweis oder bauliche Freigaben gelten zusätzliche Anforderungen.
Beta, Preise und Arbeitsplätze
Zum Stand dieses Beitrags befindet sich PV-Pro laut Website in einer Beta-Phase. Der Zugang ist während der Beta kostenlos und wird in Wellen vergeben. Aktive Betatester sollen beim späteren Verkaufsstart 50 Prozent Rabatt auf das erste Jahr erhalten, wenn sie die Entwicklung mit konkretem Feedback unterstützen.
Für die geplante reguläre Preisstruktur nennt die Produktseite einen Arbeitsplatzpreis von 125 Euro beziehungsweise 119 Franken pro Monat. Jährlich sind es 1.250 Euro beziehungsweise 1.190 Franken pro Arbeitsplatz; die Jahreszahlung entspricht damit zwölf Monaten zum Preis von zehn. Ab dem zweiten Arbeitsplatz ist eine Staffelung vorgesehen.
| Modell | Preis laut Website | Einordnung |
|---|---|---|
| Beta-Zugang | Kostenlos | Nicht regulär buchbar; Zugang über Anfrage und Einrichtungsprozess. |
| 1 Arbeitsplatz, monatlich | EUR 125 / CHF 119 | Zum Ende der jeweiligen Periode kündbar. |
| 1 Arbeitsplatz, jährlich | EUR 1.250 / CHF 1.190 | Zwei Monate gegenüber zwölf Einzelmonaten enthalten. |
| Mehrere Arbeitsplätze | Gestaffelt | Der Satz sinkt laut Website ab dem zweiten Arbeitsplatz und weiteren Stufen. |
| Aktiver Betatester | 50 % im ersten Jahr | Rabattversprechen für den Verkaufsstart, nicht der laufende Beta-Preis. |
Preise vor Kauf prüfen
Beta-Status, Währung, Steuersatz, Arbeitsplatzstaffel und Leistungsumfang sind zeitabhängig. Maßgeblich ist die aktuelle Preis- und Produktseite von PV-Pro, nicht die Momentaufnahme dieses Ratgebers.
Datenbasis, Transparenz und Quellen
Für die Produktfunktionen und die Preisangaben dieses Beitrags wurde die öffentliche Website von PV-Pro am 27. August 2026 geprüft. Die Darstellung ist als Hersteller-Einordnung gekennzeichnet: Aussagen wie native Mac-Anwendung, lokale Datenbank, 14 Tage Offline-Fähigkeit, Beta-Zugang und die genannte Preisstruktur stammen aus der Produktseite und wurden nicht als unabhängiger Labortest verifiziert.
Die physikalischen und regulatorischen Bezugspunkte lassen sich separat nachvollziehen. Apple dokumentiert PhotogrammetrySession als API, die ein 3D-Modell aus einem Bildsatz erzeugt und die Hardwareunterstützung prüfen kann. PVGIS der Europäischen Kommission stellt Informationen zu Solarstrahlung und PV-Systemleistung bereit. Für Schweizer Förderbeiträge ist Pronovo die maßgebliche Anlaufstelle; Softwarewerte ersetzen dort nicht das Fördergesuch oder die aktuelle Richtlinie.
Für die Entscheidung zählt am Ende der eigene Prüfpfad: Bildsatz und Maßstab dokumentieren, Dachflächen und Hindernisse abnehmen, Komponentenparameter kontrollieren, Ertrags- und Wirtschaftlichkeitsannahmen offenlegen und das generierte Angebot gegen den tatsächlichen Auftrag prüfen. So wird aus einer interessanten Softwareidee ein belastbarer Arbeitsprozess.
PV-Pro im Detail ansehen
Die offizielle Produktseite nennt den aktuellen Funktionsumfang, Systemvoraussetzungen, Beta-Zugang und die geplante Preisstruktur.
Häufige Fragen zu PV-Pro
Weiterführend
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Stand: 27. August 2026. Produkt-, Preis- und Förderangaben können sich ändern; bitte die jeweils verlinkten Primärquellen prüfen.
